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Alu oder Stahl als Weichbacke?

Was die beiden Werkstoffe wirklich unterscheidet und wann sich Stahl lohnt.

Strobel Industry · Stand 08/2026 · Lesezeit ca. 6 min

Die kurze Antwort

Für die meisten Anwendungen ist Aluminium (EN AW-6082) die bessere Weichbacke. Der Satz wiegt rund ein Drittel, ist schneller ausgedreht und schont das Werkstück. Stahl (etwa 16MnCr5) lohnt sich dort, wo hohe Spannkräfte, schwere Zerspanung, abrasive oder scharfkantige Teile im Spiel sind, oder wenn eine lange Serie über Wochen auf derselben Spannfläche läuft.

Der direkte Vergleich

Messschieber fährt an einer Weichbacke zu und misst die Spannfläche
Gemessen wird am Ende an derselben Stelle: Ob Alu oder Stahl, die ausgedrehte Spannfläche muss das Nennmaß des Werkstücks treffen. Die Unterschiede liegen darin, wie schnell Sie dorthin kommen und wie lange die Fläche das Maß hält.
KriteriumAluminium (EN AW-6082)Stahl (16MnCr5)
Dichte / Gewicht≈ 2,70 g/cm³. Ein Satz wiegt etwa ein Drittel dessen, was Stahl wiegt.≈ 7,85 g/cm³. Bei großen Backen merkt man das beim Rüsten.
WerkstückschonungWeicher als fast jedes Werkstück, kaum Spannmarken.Auf ausgedrehter Fläche gut, aber härter als Teile aus Alu, Kupfer oder Kunststoff.
Standzeit / VerschleißDie Spannkanten arbeiten sich bei abrasiven Teilen schneller ein.Steckt scharfkantige und harte Werkstücke deutlich besser weg.
NachdrehbarkeitOft und schnell. Das Ausdrehen kostet Minuten.Ebenfalls mehrfach möglich, dauert aber länger.
Spannkraft / SteifigkeitFür übliche Spanndrücke ausreichend, bei sehr hohen Kräften nachgiebiger.Erste Wahl bei hohen Spannkräften und schwerer Zerspanung.
Fliehkraft bei hohen DrehzahlenLeichte Backen kosten bei Drehzahl weniger Spannkraft.Schwere Backen ziehen bei Drehzahl spürbar Spannkraft ab.
Preis pro SatzGünstiger, weil sich der Werkstoff leichter zerspanen lässt.Mehr Zerspanungsaufwand, dafür längere Nutzungsdauer.
VersandkostenEin 8-Zoll-Satz bleibt klar unter den Paket-Gewichtsgrenzen.Höheres Paketgewicht, bei großen Sätzen macht sich das bemerkbar.

Gewicht ist mehr als Versandkosten

Leichte Backen sind nicht nur beim Rüsten angenehmer. Bei hohen Drehzahlen arbeitet die Fliehkraft der Backenmasse gegen die Spannkraft. Je schwerer der Satz, desto mehr geht davon verloren. Auf schnell drehenden Futtern mit großen Aufsatzbacken behält Alu deshalb einen messbaren Vorteil.

Dazu kommt der Alltag: Ein Stahl-Satz für ein 8-Zoll-Futter bringt schnell mehrere Kilo mehr auf die Waage als derselbe Satz in Alu. Wer täglich rüstet, merkt das an Händen und Versandrechnung.

Wann Stahl die richtige Wahl ist

Stahl-Weichbacken spielen ihre Stärken aus, wenn die Spannstelle dauerhaft belastet wird: hohe Spanndrücke, unterbrochener Schnitt, scharfkantige oder verzunderte Rohteile und Serien, die über Wochen auf derselben Aufspannung laufen. Die Spannfläche verschleißt langsamer, und Einsatzstähle wie 16MnCr5 lassen sich bei Bedarf später aufhärten.

Auch bei kleinen Anlageflächen ist die härtere Stahlkante im Vorteil. Trägt das Werkstück nur auf wenigen Millimetern, arbeitet sie sich nicht so schnell ein.

Stahlbacken haben wir derzeit nicht im Shop-Sortiment. Wenn Ihre Anwendung nach diesen Kriterien Stahl verlangt, fertigen wir sie auf Anfrage. Futterbezeichnung und Stückzahl genügen.

Empfehlungslogik für den Werkstattalltag

SituationEmpfehlung
Zweite Aufspannung, Fertigteile, empfindliche OberflächenAlu
Einzelteile und kleine Serien, häufiger BackenwechselAlu
Dünnwandige, verzugsempfindliche TeileAlu, großflächig ausgedreht oder als Segmentbacken
Schruppen mit hohen Spanndrücken, unterbrochener SchnittStahl
Lange Serien auf einer Aufspannung, abrasive RohteileStahl

Im Zweifel: mit Alu anfangen. Der Satz ist schneller ausgedreht, und ob die Anwendung wirklich Stahl braucht, zeigt sich nach den ersten Teilen.

Weichbacken aus Aluminium

Verzahnung, Nut und Backenhöhe wählen Sie direkt am Artikel. Versand in 3-5 Werktagen. Stahl ist in Vorbereitung.

Backen finden

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